erreicht Sie unser Newsletter kurz vor oder nach dem wohlverdienten Sommerurlaub? Für viele von uns ist es die Zeit, in der man sich nach Erholung von alltäglichen Herausforderungen, aber auch von politischen und ökologischen Krisen sehnt. Kein Wunder, hat sich doch seit Beginn dieses Jahres viel verändert – auch in Sachen Energiepolitik: Von der Amtseinführung der neuen amerikanischen Regierung, die bereits den Austritt der USA aus dem Pariser Klimaabkommen verkündete, über die Bundestagswahl in Deutschland bis hin zu damit verbundenen Erwartungen und der Frage unter Befürworterinnen und Befürwortern für Klimaschutz: Wie weit sind wir bei der Energiewende?
All diese Themen begleiten uns in den Urlaub – und auch der Klimawandel reist mit. Bisher erlebten wir bereits – das zeigen nun auch Wetteraufzeichnungen – einen teils zu warmen Sommer in Deutschland.
Dies hat auch weniger erfreuliche Auswirkungen auf die Wasserkraft: Vergleichsweise weniger Niederschläge und teils trockene Wetterbedingungen führten zu einem geringeren Anteil (um 29%) von Wasserkraft an der erneuerbaren Stromerzeugung (im Vergleich zum Vorjahreszeitraum).
Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie Wasserkraft weiter zur Energiewende beitragen kann. Als seit Jahrhunderten genutzte Form der Energieerzeugung ist sie natürlich gefährdet von möglichen Trockenzeiten, gestörten Oberflächennachflüssen etc., die durch den Klimawandel immer häufiger werden. Zudem müssen wir beim Neubau oder der Optimierung von bestehenden Anlagen stets die Auswirkungen auf Umwelt und ihre Lebewesen bedenken – Stichwort: Technologiefolgenabschätzung.
Passend dazu startete im Juli 2025 und sehr zu meiner Freude unser CC4E-Forschungsprojekt ADM (Aqua Dynamic Marlin Water Turbine): In dem Vorhaben möchten wir gemeinsam mit unserem Projektpartner, der SIBAU Genthin GmbH & Co. KG, ein nachhaltiges System zur Energiegewinnung aus Wasserkraft (durch Wasserströmungen in Flüssen) entwickeln. Das System soll anpassungsfähiger an unterschiedliche Umweltbedingungen sein und umgekehrt auch die Umwelt weniger beeinträchtigen – eine Chance, das Bestmögliche aus der Wasserkraft rauszuholen und zur Entwicklung von noch anpassungsfähigeren Unterwasserkraftwerken beizutragen.
Übrigens: Das Design des Energiegewinnungssystems im ADM-Projekt ist einem besonderen Tier nachempfunden – manche von Ihnen können es sicher bereits aus dem Namen des Projektes ablesen, allen anderen empfehle ich wärmstens, mehr darüber in diesem CC4E-Newsletter zu lesen.
Dabei erfahren Sie auch weitere Neuigkeiten aus dem CC4E, u.a.:
Im Mai fand an unserem Forschungsstandort am Energie-Campus in Hamburg-Bergedorf eine Begutachtung durch einen externen wissenschaftlichen Beirat statt - ein ganz besonderer Termin für das gesamte Team, da diese Evaluation zugleich Voraussetzung für eine erneute Fortführung des CC4E als (seit 2021) etablierte wissenschaftliche Einrichtung nach Hamburger Hochschulgesetz ist. Unsere engagierten Kolleg*innen gaben Einblick in unsere Arbeit, Projekte und Promotionen am CC4E - wie es danach weiterging und weitergeht, verraten wir Ihnen gegen Ende unseres Newsletters.
Ebenfalls im Mai 2025 fand zudem schon zum zweiten Mal unsere CC4E-Karrieremesse für die Energiewende statt. In diesem Jahr veranstalteten wir das Event in Kooperation mit der HAW-Firmenkontaktmesse, die an unserer Hochschule bereits seit einiger Zeit erfolgreich etabliert ist. Unser Energie-Special stieß auf reges Interesse bei den Studierenden.
Von Hamburg bis nach Japan: Einige Kolleg*innen am CC4E waren fleißig auf Konferenzen und Fachveranstaltungen unterwegs, hielten Vorträge zu ihren CC4E-Forschungsvorhaben oder konnten wertvolle Einblicke in vieldiskutierte Themen der Energieforschung gewinnen.
Im Rahmen der diesjährigen Hamburg Sustainability Week 2025 im Juni führte das vom CC4E koordinierte Verbundprojekt Norddeutsches Reallabor (NRL) gemeinsam mit der BMW Foundation Herbert Quandt und dem Fraunhofer IAO eine „Werkstatt des Wandels“ durch. Teilnehmende aus der Start-Up-Branche, Industrie, Verwaltung und Wissenschaft diskutierten u.a. Folgen einer derzeit eher kritischen Wahrnehmung der Energiewende und notwendige Maßnahmen für eine defossilisierte Industrie im Norden. Die Werkstatt-Ergebnisse sollen im Rahmen des Sommerfestes des Bundespräsidenten in Berlin präsentiert werden.
Ebenfalls im Juni waren wir erneut bei der bundesweiten Woche des Wasserstoffs dabei. Unter ihrem Dach können allerorts Veranstaltungen rund um das Thema Wasserstoff für interessierte Bürger*innen angeboten werden. Unser CC4E-Team öffnete zu diesem Anlass die Türen an unserem Forschungsstandort in Hamburg-Bergedorf.
Mit dieser Rückschau auf die ereignisreichen letzten Monate wünsche ich Ihnen eine freudige Lektüre unseres Newsletters und vor allem einen schönen, sonnigen und nicht zu heißen Sommer!
Ihr Torsten Birth-Reichert
(stellvertretender CC4E-Leiter) |