in diesem Jahr gab es großartige Neuigkeiten: Im ersten Halbjahr wurde weltweit erstmals mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt als durch Kohleverstromung! Gleichzeitig lassen sich unterschiedliche Tendenzen auf dem Weltmarkt feststellen: In den USA stehen die politischen Zeichen derzeit gegen den Ausbau erneuerbarer und für den Ausbau fossiler Energien. In China hingegen gab es seit Anfang dieses Jahres einen enormen Zuwachs an Solar- und Windstrom sowie einen raschen Wandel zur sektorübergreifenden Elektrifizierung. Allein im ersten Halbjahr 2025 wurden 212 Gigawatt neue Photovoltaik-Anlagen errichtet, was in etwa doppelt so viel ist wie die Leistung der in den letzten 25 Jahren in Deutschland installierten Anlagen. Auch hier im Norden gab es ein politisches Signal: Anfang Oktober entschieden sich eine knappe Mehrheit der Bürger*innen in Hamburg für die Klimaneutralität bis 2040 – fünf Jahre früher als bislang geplant. Wir am CC4E blicken gespannt auf die weitere Entwicklung dieses ambitionierten Vorhabens und darauf, wie unsere Projekte dessen Umsetzung unterstützen werden.
Eine wichtige Weiterentwicklung für die HAW Hamburg ist auch für unser CC4E von Bedeutung: Im November 2025 wurde der Promotionsbetrieb der Hochschule offiziell gestartet. Von nun an können eigenständige Promotionen in je drei Promotionsprogrammen durchgeführt werden. Insbesondere im Programm Sustainable Technologies and Systems (STS) wird das CC4E Impulsgeber für die inhaltlich-strategische Ausrichtung und konkrete Forschungsvorhaben sein.
Und zum Stichwort Entwicklung: An unserem CC4E gibt es viele Neuigkeiten, für die sich ein Blick in unseren Newsletter lohnt:
Seit Anfang 2025 wurden mehrere Projekte am CC4E abgeschlossen. Dazu zählen das Konzept für eine Demonstrationsanlage zur Herstellung von Wasserstoff aus Biomasse, die Konzipierung von wartungsfreundlichen Multirotor-Windenergieanlagen oder die Herstellung klimafreundlicher Brenn- und Kraftstoffe. Gleichzeitig starteten neue Projekte, u.a. zur Entwicklung einer intelligenten Steuerungsplattform für komplexe Energiesysteme im Megawattbereich oder ein Projekt zur Steuerung von Netzengpässen. Diese und weitere Vorhaben können die Integration erneuerbarer Energien ins Energiesystem fördern. Gleichzeitig sind für unsere Forschenden auch sozialwissenschaftliche Aspekte wie gesellschaftliche Akzeptanzfragen von großem Interesse.
Im Oktober hielt mein Kollege Prof. Dr.-Ing. Torsten Birth-Reichert einen Vortrag über den Wasserbedarf für die Herstellung von grünem Wasserstoff bei den diesjährigen „Hamburger Horizonten“. Bei dieser jährlichen Veranstaltungsreihe kommen verschiedene gesellschaftliche Akteure zusammen, um sich zu Themen von besonderer gesellschaftlicher Relevanz auszutauschen – ein wichtiges Anliegen unserer Forschungseinrichtung.
Auch das vom CC4E aus koordinierte Norddeutsche Reallabor (NRL) blickt auf freudige Ereignisse zurück: Beim Bürgerfest des Bundespräsidenten hatten wir im Sommer die Gelegenheit, unsere Vision für eine Transformation zur Klimaneutralität im Norden zu präsentieren. Ein weiteres Highlight war das NRL-Konsortialtreffen zum Ende des Jahres: Dort haben wir mit unseren Partnern des Vorgänger-Verbundprojektes Norddeutsche EnergieWende (NEW) 4.0 den interdisziplinären Austausch zur Energiewende im Norden weiter vorangetrieben und durften unter anderem Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank bei uns begrüßen. Nun startet das NRL in seine entscheidende Ergebnisphase. Es läuft noch bis März 2027.
Beteiligt waren wir in den vergangenen Monaten auch bei mehreren spannenden Veranstaltungen, die der Energieforschungsverbunds Hamburg (EFH) organisierte und über die wir im nachfolgenden Newsletter berichten. Seit Juli diesen Jahres habe ich die Ehre, den Sprecherposten im Verbund zu übernehmen und freue mich sehr darüber.
Bei unserer internationalen Konferenz zu Multi-Rotor-Windenergieanlagen im Oktober drehte sich alles um die Gegenwart und Zukunft der Branche. Über zwei Tage hinweg gab es eine Reihe von spannenden Vorträgen und Podiumsdiskussionen: von technischen Herausforderungen und Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung in großen Windenergieanlagen bis hin zu neuen Einsatzmöglichkeiten auf schwimmenden Plattformen. Vielen Dank an dieser Stelle an alle Referent*innen, Mitorganisator*innen und Sponsoren für den gelungenen Austausch!
Kurz nach der Konferenz erreichte uns leider auch eine traurige Nachricht, die mich auch persönlich sehr trifft: Peter Jamieson, Mitorganisator des Multirotor-Seminars und international anerkannter Experte für innovative Windenergiesysteme, ist verstorben. Es ist bedauernswert, dass Peter nicht mehr an dem Seminar teilnehmen konnte, auf das er sich so gefreut hat. Gleichzeitig hat er bis zum Schluss bei der Organisation der Veranstaltung mitgewirkt. Peter war Inspirationsquelle, Vordenker, Experte und immer in freundlich-humorvoller Laune anzutreffen. Ich werde ihn sehr vermissen. Andrew Garrad hat mit A Tribute to Peter Jamieson einen sehr treffenden und lesenswerten Text verfasst.
Neben diesen bedrückenden Nachrichten gibt es wichtige positive Neuerungen: Zu Beginn 2026 tritt unser CC4E mit neuem Namen auf und aus dem „Competence Center für Erneuerbare Energien und EnergieEffizienz“ wird das „Competence Center für Energiewende“. Warum dies ein wichtiger Schritt ist und unsere Identität künftig noch klarer widerspiegelt, berichten wir Ihnen in einem unserer Beiträge ausführlich.
Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen bei der weiteren Lektüre unseres Newsletters und gleichzeitig eine schöne Weihnachtszeit!
Ihr Prof. Peter Dalhoff
(Stellvertretender CC4E-Leiter) |